cégiu's skinny souls

Sanft aufgekratzt hebt das Album an, ein psychedelischer Folk-Groove, der sich schon im nächsten Track in glimmende Mysterienmusik verwandelt. Klassische Streicher-Tradition vermischt sich mit zeitgenössischer Elektronik-Textur. Texte fallen ein, Silbenregen, betörende Stimmen. Die Runen der Holzböden verschmelzen mit den Fasern der Klänge. Unter der monochromen Aura der Songs oszilliert eine Klangwelt, die rätselhaft vieldeutig bleibt.

Mit ruhigem Gestus taucht Cegiu in die emotionalen Ströme und behält einen klaren Kopf. Sie weckt das Schöne und Erhabene und schärft es mit dem Imperativ der Reduktion. Gleichzeitig ist sie so verspielt wie verquer und bleibt eigenwillig zeitgenössisch. Klassik, Jazz und Pop sind das Ambient-Substrat, in das der Wortgesang und die Silben-Geometrien gewoben werden. Starke Rhythmik. Ungestüme Akzente.

Das Zupfen der Saiten, der schräge Tonfall des Hymnischen und das Geraschel der Noises lassen die Musik atmen. Elfenhaft schwebt und artikuliert die Stimme. Ein fantastisches Puzzle aus Wort und Klang berauscht die Sinne. New weird chamber pop. Die Seelen sind durchgezogen. Der Holzboden ist leicht abgewetzt. Wir können jetzt die Zukunft spüren.

Cégiu – Cello, Voice und Electronics
Andi Mötz – Percussion, Drums und Electronics
Marcel Zaes – Electronics
Anja Fonseka – Visuals und Needlework

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Photo: Ruediger Schestag