cégiu's Restless Roots

«Restless Roots» ist das zweite Studioalbum der in Luzern lebenden Zuger Musikerin Cégiu, deren Wurzeln sowohl in Italien als auch in der Westschweiz liegen. Die sieben Stücke darauf widmet Cégiu «den Menschen, die mit meiner Herkunft und meiner rastlosen Seite etwas zu tun haben», wie es die Musikerin selber formuliert. Die elektronischen Beats dazu sind auf Reisen entstanden, und so wird «Restless Roots» zu einem fein gesponnenen Werk von gesammelten Erinnerungen, Erlebtem, inneren Bildern und Gedanken. Und bildet dadurch eine lückenlose Weiterführung des Debüts «Skinny Souls».

Die neue Platte von Cégiu, die den Titel «Restless Roots» trägt, ist die zweite Platte der Cellistin, und die Weiterführung ihrer ersten Veröffentlichung «Skinny Souls» (2016). Gemeinsam bilden diese beiden Platten die ersten Parts ihrer mehrteiligen Arbeit «Talking With...», sozusagen Cégius Langzeitprojekt.

Sämtlichen Musikstücken dieser Reihe liegt das Gespräch zugrunde. Die Künstlerin geht von Texten, Musikstücken, bildnerischen Arbeiten, Menschen oder Gegenständen aus und inszeniert daraus musikalische Dialoge, indem sie Gedanken und Reflexionen formuliert, vertont und verändert. «Dadurch schaffe ich eine Verbindung und einen Austausch zwischen meinen persönlichen Wirklichkeiten und den Realitäten meines Gegenübers», kommentiert Cégiu diesen Vorgang, und dies tut sie singend, cellospielend sowie mit dem gezielten Einsatz von Samples: Cégiu hat auf ihren Tourneen während den letzten zwei Jahren das Geräusch von ihren Kofferrädern auf der Strasse aufgenommen und daraus elektronische Beats für die Stücke auf «Restless Roots» gebaut. Kreativ, und ökonomisch – so lässt sich Cégius Umgang mit ihrer Musik wohl beschreiben: Die sieben Tracks nahm sie, wie dies schon auf ihrer ersten Platte der Fall war, innerhalb von nur zwei Tagen auf.

 

Auch dafür packte Cégiu ihren Koffer und flog einmal über den grossen Teich. Im Bunker Studio, Brooklyn, nahm sie gemeinsam mit Aaron Nevezie ihre neuen Stücke auf – wie es bereits bei «Skinny Souls» der Fall war: «Aaron und ich verstehen uns blindlings und wir haben die gleichen Klangvorstellungen, was die Arbeit enorm erleichtert», so Cégiu über ihr langfristiges Arbeitsverhältnis mit Nevezie. Und auf die Wiederwahl des Bunker Studios angesprochen antwortet sie: «Ich liebe den Klang dieses Raumes, er ist perfekt für meine Stimme und mein Cello. Ausserdem brauche ich die Reiserei! Ich fühle mich bei meinen Freunden in Brooklyn pudelwohl.»

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cégiu's skinny souls

Sanft aufgekratzt hebt das Album an, ein psychedelischer Folk-Groove, der sich schon im nächsten Track in glimmende Mysterienmusik verwandelt. Klassische Streicher-Tradition vermischt sich mit zeitgenössischer Elektronik-Textur. Texte fallen ein, Silbenregen, betörende Stimmen. Die Runen der Holzböden verschmelzen mit den Fasern der Klänge. Unter der monochromen Aura der Songs oszilliert eine Klangwelt, die rätselhaft vieldeutig bleibt.

Mit ruhigem Gestus taucht Cegiu in die emotionalen Ströme und behält einen klaren Kopf. Sie weckt das Schöne und Erhabene und schärft es mit dem Imperativ der Reduktion. Gleichzeitig ist sie so verspielt wie verquer und bleibt eigenwillig zeitgenössisch. Klassik, Jazz und Pop sind das Ambient-Substrat, in das der Wortgesang und die Silben-Geometrien gewoben werden. Starke Rhythmik. Ungestüme Akzente.

Das Zupfen der Saiten, der schräge Tonfall des Hymnischen und das Geraschel der Noises lassen die Musik atmen. Elfenhaft schwebt und artikuliert die Stimme. Ein fantastisches Puzzle aus Wort und Klang berauscht die Sinne. New weird chamber pop. Die Seelen sind durchgezogen. Der Holzboden ist leicht abgewetzt. Wir können jetzt die Zukunft spüren.

Cégiu – Cello, Voice und Electronics
Andi Mötz – Percussion, Drums und Electronics
Marcel Zaes – Electronics
Anja Fonseka – Visuals und Needlework

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